Internationaler Naturpark Rätikon

Arbeiten an einem Naturpark Rätikon
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3. Infoveranstaltung im Zuge des Projekts „Internationaler Naturpark Rätikon“ im Brandnertal.

Brandnertal. Mitten in der herrlichen Bergwelt des Brandnertals mit Blick auf die Zimba wurden über 60 Interessierte beim 3. Infoabend des grenzüberschreitenden Projekts „Internationaler Naturpark Rätikon“ beim Bergrestaurant Frööd begrüßt. Neben einem spannenden Vortrag von Geschäftsführer Franz Handler der Österreichischen Naturparke entwickelte sich eine offene Diskussion über Chancen und Herausforderungen eines grenzüberschreitenden Naturparks.

Naturpark als Prädikat

Der erste Naturpark in Österreich wurde 1962 gegründet. Heute gibt es in sieben Bundesländern (ausgenommen Vorarlberg und Wien) insgesamt 48 Naturparke. Bundesweit sind eine halbe Million Hektar offiziell als Naturpark ausgewiesen und zählen rund 20 Millionen Besucher pro Jahr. „Naturparke sind besondere Landschaften, die vom Menschen durch schonende Landnutzung und Landschaftspflege erhalten werden“, so Handler bei seinem Vortrag. „Das Prädikat ist eine Auszeichnung sowohl für die Landschaften als auch für die Menschen, die diese Werte erhalten.“ Dementsprechend stützen sich die Österreichischen Naturparke auf vier gleichwertigen Säulen: Schutz, Erholung, Bildung und Regionalentwicklung. „So sollen der Naturraum und die Kulturlandschaft durch nachhaltige Nutzung erhalten bleiben“, sagt Handler. Gleichzeitig sollen aber auch attraktive und gepflegte Erholungseinrichtungen geschaffen werden, wie beispielsweise Wander- und Radwege, Erlebnisspielplätze, etc.

„Angeregte Diskussion“

„Bei der anschließenden Diskussion mit dem Publikum fand ein angeregter Austausch über die mögliche Zukunft des Rätikons statt“, freut sich Projektbegleiterin Birgit Reutz von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). „Ein Naturpark bietet die Chance, dass sich Menschen aus unterschiedlichen Interessensbereichen zusammensetzen und gemeinsam aktiv an Entwicklungs-Chancen der Region arbeiten“, meinte beispielsweise Christine Klenovec vom Biosphärenpark Großes Walsertal. Ruth Swoboda von der „inatura Dornbirn“ sagte, „dass ein Naturpark wie der Rätikon wie geschaffen wäre, um beispielsweise Schulen die Sensibilisierung für die unterschiedlichsten Themen zu Schutz und Nutzung vermitteln zu können.“ Neben vielen positiven Anregungen wurde im Zuge der Diskussion auch das Thema Besucherlenkung kritisch hinterfragt und die Befürchtung vor Einschränkungen und Verboten thematisiert - wobei sich alle Experten einig waren, dass ein Naturpark nicht mit den Vorgaben eines „Nationalparks“ verglichen werden kann. „Ein Naturpark kann und darf nicht von oben geplant werden, es braucht die Beteiligung möglichst vieler Interessierten. Wir freuen uns über Rückmeldungen und lassen die Anregungen in die Machbarkeitsstudie einließen“, so Birgit Reutz weiter. Noch bis Ende des Jahres können Interessierte auf der offiziellen Informationsplattform www.raetikon.net einen Online-Fragebogen ausfüllen. Bis im Sommer 2019 sollten dann alle Parameter soweit erarbeitet sein, dass die Gemeinden rund um den Rätikon entscheiden können, ob und in welcher Form es mit einem etwaigen Naturpark weitergehen wird. Anfang Oktober gab es im benachbarten Malbun ein Gipfeltreffen aller Gemeindepräsidenten, Bürgermeister und Ortsvorsteher samt ersten gemeinsamen Gesprächen.

Aktuelle News rund um das Projekt „Internationaler Naturpark Rätikon“ samt Online-Fragebogen auf der Informations-Plattform www.raetikon.net

 

 

BU- (Foto Nr 2):
„Gipfeltreffen“ aller Gemeindepräsidenten, Bürgermeister und Ortsvorsteher aus den 28 Rätikongemeinden Vorarlbergs, Liechtensteins und der Schweiz.

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Rund 60 Interessierte diskutierten beim 3. Infoabend zum Projekt „Internationaler Naturpark Rätikon“ im Brandnertal.

BU-(Foto Nr 1)
Der dritte Infoabend zum Projekt „Internationaler Naturpark Rätikon“ fand im Restaurant Frööd im Brandnertal statt.

Fotos: www.meznar.media

 

Die wichtigsten Fragen & Antworten zum Projekt Naturpark Rätikon:

Warum ein Naturpark?
Die Idee eines Naturparks Rätikon wurde mit der Zielsetzung aufgegriffen, das Potenzial und die Chancen im natur- und kulturnahen Tourismus im Rätikon besser zu nutzen und eine tragfähige Plattform für Entwicklung und Betrieb von Angeboten und Dienstleistungen zu schaffen. Damit soll die einmalige Berglandschaft mehr Wertschätzung erfahren, als bisher. Aufgrund der Lage und der positiven Erfahrungen im Rahmen von Interreg-Projekten ist die Grenzüberschreitung  zwischen dem Montafon/Walgau sowie dem Prättigau und auch ins Fürstentum Liechtenstein eine sehr naheliegende Idee.

Was bedeutet das Prädikat „Naturpark“?
Das gesetzliche Ziel der Naturparke ist der Schutz einer Landschaft in Verbindung mit deren Nutzung. Dabei sollen besonders wertvolle, charakteristische Landschaftsräume vor einer Zerstörung bewahrt und entwickelt werden. Die Auszeichnung einer ländlichen Region mit dem Prädikat „Naturpark“ erfolgt durch die jeweilige Landesregierung und stellt an die Region folgende Herausforderungen:

+ Schutz und Weiterentwicklung der Landschaft
+ Schaffung von Erholungsmöglichkeiten
+ ökologische und kulturelle Bildungsangebote
+ Förderung einer nachhaltigen Regionalentwicklung durch Schaffung von Arbeitsplätzen und Nebenerwerbsmöglichkeiten in Tourismus und Landwirtschaft

Was ändert ein Naturpark?
Ein Naturpark ist auf keinen Fall mit einem Nationalpark gleichzusetzen. Der Mehrwert eines Naturparks liegt in einer gemeinsamen Grundhaltung der beteiligten Gemeinden, in der Definition von gemeinsamen Zielen und Projekten. Naturparks setzen sich für den Erhalt und die Aufwertung der vorhandenen Natur- und Kulturwerte ein und streben eine nachhaltige regionale Entwicklung an. Dafür stehen in der Parkorganisation Fachleute und Mittel zur Verfügung.

Alle Informationen rund um das Projekt „Internationaler Naturpark Rätikon“:

www.raetikon.net

veröffentlicht am 11.10.2018